Ein Nachbar sagte mir vor einigen Jahren: "Matthias, du bist ja verrückt! Du verbringst einen großen Teil deines Lebens mit den Problemen anderer Menschen!"
Meine Antwort: "Wenn du das so siehst, hast du recht. Allerdings interessieren mich die Probleme selbst nicht wirklich. Natürlich müssen wir uns das Problemhafte anschauen, verstehen, wie es entstanden ist, erkennen, wie wir es nutzen können.
Was mich aber wirklich interessiert sind die Fähigkeiten, die hinter den Problemen liegen, sind die Momente, in denen sich plötzlich Perspektiven öffnen, Möglichkeiten entstehen, quasi der Wind unter unsere Flügel greift und uns nach oben trägt."
Gemeinsam mit meinen Klienten danach zu suchen, Wachstumsmomente zu erlauben, kleine Wunder zu erlauben, das erfüllt mich auch nach fast 40-jähriger therapeutischer Arbeit mit tiefer Freude: Therapie macht Spaß, echte Begegnungen mit uns selbst und mit anderen erlebe ich als tief sinnstiftend.
Kommunikation zu verstehen als eine Haltung, in der es darum geht Wertungen loszulassen und das Gegenüber immer wieder neu verstehen zu wollen, uns für das so oft auch Fremde im Anderen zu faszinieren, uns darin lebenslang zu üben, das lässt Frieden zwischen und in uns möglich werden.