Einzelpersonen und Paare im Konflikt zwischen Nähe / Verbindung und Autonomie
In meiner Praxis unterstütze ich Menschen in Lebenskrisen, bei Erschöpfung, Ängsten, Scham, Sucht-Dynamiken und Depressionen. Vor allem bei den Folgen von traumatischen Bindungserfahrungen aus der Kindheit, an die wir uns kognitiv in der Regel kaum erinnern können. Wir erforschen die Konditionierungen und inneren Überzeugungen, die dadurch über sich selbst entstanden sind und wie diese heute noch unbewusst aufrechterhalten werden. Ein roter Faden ist das Spannungsfeld zwischen dem tiefen Bedürfnis nach Kontakt, Liebe und Verbindung und der Angst vor dem Verlust der eigenen Autonomie. Oft zeigt sich eine tiefe Ambivalenz, sich zwar nach sicherer Nähe und Zugehörigkeit zu sehnen, während man gleichzeitig befürchtet, im intimen Kontakt die eigenen Grenzen, die Selbstbestimmung oder sich selbst zu verlieren.
Diese Muster zeigen sich oft im Alltag:
Überanpassung: Du richtest dich nach anderen, spürst dich und deine eigenen Grenzen kaum und brennst vielleicht zunehmend aus.
Schutzreaktionen: Du agierst Wut und Vorwürfe destruktiv aus oder ziehst dich innerlich schweigend zurück (Dissoziation, "Vernebelung"). Vielleicht fühlst dich handlungsunfähig durch Überflutung von Traurigkeit und Schmerz.
Gehemmte Intimität: Du sehnst dich danach, Sexualität ganz dir gemäß zu leben, fühlst dich aber blockiert durch Unsicherheiten, Scham oder Leistungsdruck.
All dies macht sich auch im Körper bemerkbar durch Verspannungen oder Erschlaffung, durch diverse Symptome. Auch in der Paartherapie ist der Körper ein unbestechlicher Kompass. Wo Worte zu Verstrickungen führen, bringt das verlangsamte und bewusste Erforschen des inneren Erlebens in der konkreten Begegnung, in Nähe und Distanz, in gemeinsamer Bewegung die Dynamik unserer Beziehung unmittelbar ans Licht (zB mit einfachen Übungen, essentiellen Tango-Elementen oder Authentic Movement)
Mein therapeutischer Ansatz: NARM, Somatik und die duale Achtsamkeit
Der Kern meiner Arbeit ist das NeuroAffective Relational Model (NARM) nach Dr. Laurence Heller zur Heilung von Entwicklungs- und Bindungstraumata. Wir interpretieren nicht primär die Vergangenheit. Sie gibt uns Orientierung, doch unser eigentlicher Arbeitsplatz ist unsere gegenwärtige Therapie-Sitzung: Was passiert gerade, während wir zusammen sind?
Wir erforschen, wie du dich im Kontakt organisierst. Wir schauen an, wie du ehemals intelligente Anpassungsstrategien aus deiner Kindheit heute unbewusst weiter nutzt, obwohl diese dich von deiner Lebenskraft abschneiden. Wir dekonstruieren diese Muster, um den darin verborgenen Schatz zu heben.
Wo hilfreich, integriere ich NARM Touch (eine Arbeit die Berührung oder nur die Vorstellung davon einbezieht) und Elemente des Tango und von Authentic Movement, einer freien, „meditativen“ Bewegungsform.
Vom Tango zur Traumatherapie: Rhythmus, Präsenz und die Kraft des Kontakts
Mein Weg zur Traumatherapie verlief nicht linear, sondern führte mich durch die Welt des Tango Argentino Über elf Jahre habe ich hauptberuflich Einzelne und Gruppen als Tango-Lehrerin unterrichtet, Lehrvideos in Buenos Aires gedreht, die in 14 Sprachen erschienen. Der Tango war für mich eine hervorragende Schule für das, worauf es in der Therapie ankommt: Präsenz, Kontakt und das Zusammenspiel von Führen und Folgen auf Augenhöhe.
Im Tango wie in der Therapie gilt: Verbindung erfordert eine eigene Achse. Erst wenn wir gut in uns selbst verankert sind (Autonomie), können wir uns wirklich auf ein Gegenüber einlassen (Verbindung), ohne uns selbst zu verlieren. Diese verkörperte Erfahrung fließt ganz natürlich in meine Arbeit ein. Tanz und freie Bewegung können wunderbare Unterstützer sein, hinter das viele Denken und Verstehen wollen zu kommen, die eigene Lebenskraft wiederzuentdecken, tiefliegende Emotionen an die Oberfläche zu bringen, Gefühle körperlich zu erforschen und mit sich selbst ganz im Hier und Jetzt anzukommen.
Mein persönlicher Weg: Die Transformation des "verwundeten Heilers"
Genau mit der Frage, wie viel man offenbaren soll, ringen viele Klienten. Ich teile meine Geschichte gerne, denn ich kenne die Folgen von Entwicklungstrauma aus eigener Erfahrung: eine schwere Geburt, Klinikaufenthalte als Baby, kriegstraumatisierte, emotional unerreichbare Eltern und ein Umfeld, in dem Leistung mehr zählte als echte Begegnung.
Was das in mir hinterlassen hat – Beziehungsunsicherheit, die Ambivalenz zwischen Kontakt und Autonomie, das Gefühl des Ungenügens –, habe ich über Jahre in Selbsterfahrung erforscht. Ich kenne den Selbstverrats-Modus, Verbindung um den Preis der eigenen Wahrheit aufrechtzuerhalten, sehr gut. ZB aus meiner Tango Zeit im Schatten meines ehemaligen beruflichen Tanzpartners.
Als ich den Mut fand, aus diesem Schatten heraus in mein eigenes Licht zu treten, begann ein tiefer Transformationsprozess. Aus dem Blei des alten Schmerzes ist das Gold meiner heutigen therapeutischen Arbeit erwachsen. Ich begleite dich da